Ehrung von Günter Dietz, Ehrenbürger der Gemeinde Walluf und Ehrenkreisvorsitzender der CDU Rheingau-Taunus, für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands am 18. Juni 2020

Laudatio von Petra Müller-Klepper MdL

Anmerkung: Die Ehrung erfolgte im Rahmen der Mitgliederversammlung der CDU Walluf. Sie wurde von Petra Müller-Klepper, Landtagsabgeordnete und Mitglied des Präsidiums der CDU Hessen, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der CDU Walluf, Mark-Alexander Maus, vorgenommen.

Für Herrn Dietz war die Ehrung eine große Überraschung, sie war ihm zuvor nicht angekündigt worden. Nach Laudatio und Übergabe der Ehrennadel und Ehrenurkunde zeigte er sich in seinen Dankesworten sehr gerührt über die Auszeichnung und von der Zeremonie, die Corona-bedingt mit erforderlichem räumlichen Abstand durchgeführt wurde. So musste auf das Anstecken der Ehrennadel verzichtet werden, und die Gratulation konnte nur in Worten und nicht mit Handschlag und Umarmung stattfinden.

Es ist mir eine große Freude und eine besondere Ehre, ein verdientes Mitglied der CDU Walluf auszuzeichnen. Es handelt sich um eine ganze besondere Persönlichkeit, einen Ausnahme-Politiker, einen überzeugten Demokraten, einen leidenschaftlichen Christdemokraten, der unsere Werte als Union seit Jahrzehnten lebt und vorbildlich in politisches Handeln umgesetzt hat. Er ist ein Super-Jubilar: Günter Dietz.

Seit sage und schreibe 60 Jahren gehört er unserer Partei an. Er hat das Gesicht der Union und ihre Entwicklung hier vor Ort und in der Region geprägt – mit Erfolg. 60 Jahre Mitgliedschaft in der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands - dieses Jubiläum ist ein gebührender Anlass, um das Engagement und die Leistungen dieses Mannes zu würdigen, der unsere Heimat über Jahrzehnte mitgestaltet hat und das auf mehreren Ebenen, der mit Leib und Seele, Herz und Verstand, kühlem Kopf und Leidenschaft über Jahrzehnte ehrenamtlich Kommunalpolitik gemacht hat.

Günter Dietz ist ein politisches Urgestein unserer Region. Er hat sich um die Gemeinde Walluf, unseren Rheingau, den Rheingau-Taunus-Kreis, um unser Gemeinwesen große Verdienste erworben.

Günter Dietz gehört zu den Pionieren, die die Union in unserer Region aufgebaut haben. Er war damals ein junger Mann. Seit dem 27. Lebensjahr ist die Union seine politische Heimat. Es spricht für ihn, seine Überzeugungs- und Durchsetzungskraft, dass er sich in der Riege der überwiegend älteren Herren, die den Grundstein für die Union im Rheingau und in Walluf gelegt haben, Akzeptanz und Anerkennung verschafft hat. Er hat mit das Fundament errichtet, auf dem wir heute stehen. Er hat zielgerichtet Aufbauarbeit und in der Folge Ausbauarbeit geleistet. Er hat aktiv über Jahrzehnte – auch und ganz besonders in der Führungsposition, also an den Schaltstellen - gewirkt, dass die Demokratie in unserem Land und ganz konkret in dieser Gemeinde und im Rheingau verankert und gelebt wurde.

Er hat Strukturen geschaffen, die bis heute tragen. Er hat seinen Beitrag geleistet, dass die Zeit nach dem Umbruch der Nachkriegsjahre für eine solide Entwicklung und Konsolidierung genutzt wurde. Er hat in der Partei gearbeitet, er hat in den Parlamenten gearbeitet – mit großem Einfluss auch auf das Geschehen in Rathaus und Landratsamt, in Gemeinde- und Kreisverwaltung.

Er hat das äußere Bild geprägt und zugleich nach innen gewirkt, das zivile Leben in Gemeinde und Kreis, das Vereinswesen und das Klima in ihnen positiv mitbestimmt. Er hat für die CDU Politik gemacht und er hat CDU-Politik gemacht, indem er werteorientiert, verwurzelt im christlichen Glauben für den Nächsten und das Gemeinwesen Verantwortung übernommen, seine Fähigkeiten eingebracht und mit dazu beigetragen hat, dass unsere Heimat liebens- und lebenswert ist, dass es sich hier gut leben lässt, dass es auch menschlich und solidarisch zugeht, dass Zusammenhalt herrscht, dass man füreinander da ist.

Günter Dietz hat als Charakterkopf das Auftreten der Partei und inhaltlich ihr Profil bestimmt. Kämpferisch und durchsetzungsstark, aber nicht mit der Brechstange unterwegs, nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Florett der leisen, aber bestimmten Töne. Und mit dem Herz auf dem rechten Fleck, das seiner Heimatgemeinde Walluf und dem Rheingau gehört.

Klare Vorstellungen und Ansagen hat er tatkräftig umgesetzt und so die Entwicklung von Walluf, des Rheingaus und des Rheingau-Taunus-Kreises vorangebracht. Mit Kompetenz und Heimatliebe. Er hat Landräte und Bürgermeister nicht nur begleitet und unterstützt, er hat für ihre Wahl die Weichen gestellt. Er hat Mehrheiten für die Union im Kreistag und im Gemeindeparlament gesichert.

Schauen wir näher auf die regionale Ebene: Er hat der Region Rheingau Perspektiven erschlossen. Insbesondere in den Jahren von 1968 bis 1976 als Erster Beigeordneter des Kreises Rheingau und stellvertretender Landrat.

Er war ein Mann der ersten Stunde in der politischen Gestaltung des 1977 entstandenen neuen Großkreises Rheingau-Taunus. Bei der Gebietsreform hatte er die Funktion des Staatsbeauftragten inne. Die Gebietsreform war eine Zwangs- und keine Liebesheirat, bei der er als Mann des Ausgleichs mit Mut – Langmut und Demut – mit Disziplin und Beharrlichkeit eine wichtige Friedensmission erfüllt und sozusagen die „Völker“ diesseits und jenseits des Gebücks zusammengeführt hat.

Er war Vermittler, Kurslenker in schwieriger Zeit. Und das zweifach in wichtiger Funktion: zum einen 24 Jahre lang als Kreistagsabgeordneter mit großem politischen Gewicht. Er gehörte zur Fraktionsspitze der Union. Und zum anderen als Kreisvorsitzender der CDU. 25 Jahre lang hatte er den Kreisvorsitz inne: 10 Jahre lange hat er die CDU im Rheingaukreis geführt, dann 15 Jahre den CDU-Kreisverband Rheingau-Taunus, der wie der Großkreis ein völlig neues Konstrukt war, in dem unterschiedliche Interessen und Mentalitäten herrschten.

Er hat eine handlungsfähige Formation daraus gemacht und erfolgreich die schwierige Situation des Umbruchs, die eine große Herausforderung war, gemeistert. Er war ein Glücksfall für unsere Kreispartei. Sie hat ihm viel zu verdanken. Er war ein Brückenbauer.

Ebenso war Günter Dietz für Walluf ein Glücksfall, wo er innerparteilich und im kommunalen Mandat über Jahrzehnte prägend geackert hat. 40 Jahre hatte er in Walluf ein kommunales Mandat inne. In der Geschichte des 1971 vereinten Ober- und Niederwalluf war er der erste Vorsitzende der Gemeindevertretung - von 1972 bis 1997 - 25 Jahre lang und damit ein Vierteljahrhundert der Erste Bürger der Gemeinde. Er hat die positive Entwicklung von Walluf hin zu einer prosperierenden Kommune entscheidend mit beeinflusst.

Zu Recht wurde dieses außergewöhnliche Engagement von der Gemeinde und unserem Land geehrt: 1981 wurde er zum Ehrengemeindevertreter ernannt. 2000 wurde ihm die Ehrenbürger-Würde von Walluf verliehen. 1983 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Günter Dietz war das Gesicht der CDU Walluf. Er wirkte weit über sie hinaus. Sein Tun fand Anerkennung über die Parteigrenzen hinweg und vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern. Er ist unvoreingenommen auf Menschen zugegangen. Er hat sie angenommen, er hat sie ernst genommen. Mit großem Respekt und bewundernder Anerkennung habe ich dies erlebt.

Ein besonderes Merkmal, das mich immer fasziniert hat: seine Bescheidenheit und Selbstdisziplin. Immer hat er sich selbstlos in den Dienst der Partei, der Gemeinde und des Kreises gestellt. Ein Gentleman, der sachlich und fair, fundiert und solide, zuverlässig und gradlinig agiert und so erfolgreich gestaltet hat. Suaviter in modo, fortiter in re. Moderat im Umgang, bestimmt in der Sache. Das war sein Weg, er hat zum Erfolg geführt. Seine Meinung und sein Rat als „elder statesman“ sind weiter gefragt und geschätzt

Günter Dietz kann auf ein großartiges Lebenswerk blicken. Solcher Einsatz ist heute nicht mehr selbstverständlich. „Frage nicht, was Dein Land für Dich tut, sondern was Du für Dein Land tun kannst.“ Diese Worte von John F. Kennedy hat Günter Dietz gelebt. Er hat durch sein Engagement eine ganz persönliche, eine individuelle und eindrucksvolle Antwort auf diese Frage gegeben.

Das war möglich, weil seine Frau Monika an seiner Seite stand. Auch ihr gilt heute unser herzlicher Dank. Sie hat ihm nicht nur den Rücken freigehalten, sie hat dieses Engagement aktiv mitgetragen.

Ich sage auch ganz persönlich von Herzen danke. Günter Dietz war ein Chef, von dem ich unglaublich viel gelernt habe. Er hat mich als Mentor gefördert. Er hat mir die Sozialpolitik als unglaublich wichtiges Politikfeld erschlossen. Indem ich als Fraktionsassistentin ihn in seiner Arbeit als Vorsitzenden des Sozialausschusses des Kreistags begleiten durfte, habe ich die Sozialpolitik entdeckt. Seine Einstellung und sein Tun, sein Antrieb, für die Schwachen einzustehen und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, waren ein Schlüsselerlebnis für mich. Günter Dietz war und ist für mich ein großes Vorbild.

Wir danken Günter Dietz für die Treue zur Union. Wir danken für das jahrzehntelange, hervorragende Engagement, mit dem er den Weg in die Zukunft bereitet hat. Wir gratulieren von Herzen zum Jubiläum. Alles Gute, Gesundheit, Gottes Segen - auf viele weitere, gute Jahre!

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